KS-Ratgeber
53 52 Beim Verzinken von Laser-/Plasma-Schnittflächen treten oft Unregelmässigkeiten auf: • Unterschiedliche Zink-Schichtstärken im Vergleich zu normalen Bauteilflächen • Zum Teil massive Haftprobleme und Abblättern der Zinkschicht Ursache der Haftungsprobleme a) Oxidschicht Auf Laserschnittflächen wurde eine erhöhte Schicht aus Eisenoxiden festgestellt. Diese liess sich auch bei ungenügend verzinkten Teilen unterhalb der abgeblät- terten Zinkschicht feststellen und wird somit durch den normalen Beizprozess in der Verzinkerei nicht entfernt. b) Martensitisches Randgefüge Durch die Wärmeeinwirkung des Lasers entsteht an der Schneidfläche neben der Oxidschicht ein martensitisch umgewandeltes Randgefüge bis in eine Tiefe von ca. 0.3 mm. Diese martensitische Gefügestruktur im Randbereich bewirkt beim Verzin- ken eine erhöhte Diffusion des Zinks in den Stahl, was zu einer Versprödung und Schwächung der Schlag- und Haftfestigkeit der Zinkschicht führt. Massnahmen zur Reduzierung von Haftungsproblemen und Reparaturmöglichkeiten an Laser-/Plasma-Schnittflächen a) Schneiden der Bleche Generell mit weniger Energie/Vorschub schneiden: Vorschub von unter 2 m/min bei 10 mm Blechen. b) Flächen und Kanten überarbeiten Die Oxidschicht und das martensitische Randgefüge müssen entfernt werden: • Schnittflächen und Kanten (Kantenbruch/Kantenrundung) nachträglich mecha- nisch überarbeiten (schleifen mind. 0.3 mm) oder bei Kleinteilen Sandstrahlen. • IPP-Verfahren von Galvaswiss (intensive Beizrhythmen zum Abtrag der obersten Stahlschicht, Verlängerung des Termins um mind. 2 Wochen). Je nach Werkstoff und Härte der Schnittfläche lässt sich mit diesem Verfahren nicht in jedem Fall der gewünschte Erfolg erzielen (Vorversuche bei grösseren Serien). • Schneiden unter Stickstoff anstelle von Sauerstoff. c) Reparaturmöglichkeiten bei Abplatzungen nach dem Feuerverzinken • Nachstreichen von Stellen mit Abplatzungen/Unterschichtdicke: Laserschnittkanten mit zu wenig Zinkschichtdicke können mit einer zinkpigmenthaltigen 2K-Epoxid- Grundierung und 2K-PU-Decklack (bei UV-Belastung) geschützt werden. Es empfiehlt sich, eine Schichtdicke entsprechend klimatischer Belastung zu wählen (z.B. 160 µm/240 µm für Klimaklasse C3/C4, Schutzdauer lang). Es ist zu beachten, dass unter Abplatzungen auf thermisch bearbeiteten Kanten fast immer noch eine dünne Legierungsschicht vorhanden ist. Je nach Dicke dieser Schicht können sich zusätzliche Schichten erübrigen (ISO 1461: min. 85 µm auf Teilen mit über 6 mm Wandstärke). • Spritzverzinkung: Ungenügend verzinkte Brennschnittflächen können mittels Anschleifen und Spritzverzinken ausgebessert werden. Kosten: Richtpreis CHF 69.–/ h oder ca. CHF 12.– pro 40 cm Länge (Anschleifen, Vorwärmen, Spritzverzinken). Feuerverzinkungsgerechtes Konstruieren Verzinken von Laser-/Plasma-Schnittflächen Verzinken von Laser-/ Plasma-Schnittflächen Haftungsprobleme und Abblättern auf verzinkter Laserschnittfläche. Unregelmässige, dicke und spröde Schicht dicken auf einer verzinkten Laserschnittfläche. Legierungsschicht wenige bis 200µm dick Legierungsschicht bis über 1000µm dick Beste Vorbereitung zum Feuerverzinken: Schleifen der Schnittflächen
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